Schulbuffets an mittleren und höheren Schulen
Jamie Oliver hat´s doch geschafft: Bereits 2006 trat in England eine Verordnung über Ernährungsstandards fürs Schulessen in Kraft. Softdrinks wurden schon vor längerer Zeit aus Schulen verbannt. Der Anlass: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. Auch Österreich liegt im internationalen Trend: Beinahe jedes fünfte Wiener Kind zwischen 0,5 und 10 Jahre ist übergewichtig. Bei den 10 bis 17-Jährigen sind es sogar 24,9% - mit allen physischen und psychischen Folgen. Jedes Jahr wird zusätzlich 1% aller Kinder übergewichtig. Wenn nichts geschieht wird in fünf Jahren jedes 4. Volksschulkind und beinhahe jeder 3. Jugendliche übergewichtig sein. Höchste Zeit für ein bedarfsgerechtes Angebot in der Schulverpflegung. Die Wirklichkeit schaut derzeit leider noch anders aus.
Ungesundes Standardprogramm
Für viele SchülerInnen an mittleren und höheren Schulen - die oft 40 Wochenstunden und mehr in der Schule verbringen - ist die Schule der tägliche Hauptverpflegungsort. Sie holen vom Buffet Jause und Mittagessen. Doch was wird da angeboten? Der beißende Geruch der Fritteuse durchzieht so mache Schule, Leberkäsesemmel, Pommes, Eistee, Donuts & Co sind Standard. Überblickserhebungen der letzten Jahre zeigen, dass die Qualität vom Getränke- und Speisenangebot an den Buffets unzureichend ist. Häufig gilt: zu süß, zu fett, zu wenig Obst und Gemüse. Fette und süße Snacks sowie Softdrinks dominieren das Angebot. Bio-Qualität wird kaum geboten.
Sortiment an die Zielgruppe anpassen
Was Jugendliche in der Schule essen, hängt entscheidend vom Angebot ab. Ideal ist ein nach ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten erstelltes Buffetangebot. Für eine optimale Versorgung ist nicht nur die Höhe der Energiezufuhr sondern vor allem die Nährstoffzusammensetzung bzw. die Lebensmittelauswahl entscheidend. Das Gehirn denkt "biochemisch": Fehlen Wasser und Nährstoffe, sind SchülerInnen unaufmerksamer, langsamer, müder und machen mehr Fehler. Da das Gehirn leider keine Nährstoffe speichern kann, braucht es regelmäßig - und besonders zur Unterrichtszeit - Nachschub. SchülerInnen, die vormittags jausnen und leichte Mittagsmahlzeiten essen, sind nachweislich konzentrierter, aufnahme- und leistungsfähiger. Wer den Lernstoff gut bewältigen soll, muss daher nicht nur die Schulbücher, sondern auch den Speisezettel gründlich studieren.
Großes Interesse am Thema Pausenverpflegung
Schulen und ElternvertreterInnen sind interessiert an "gesunder Ernährung" an Schulen. 80% der Eltern wünschen eine gesündere Schulverpflegung, 6 von 10 wünschen ein Bio-Angebot. (market Institut, 2006). "Ernährungs-Projekte" werden in vielen Schulen sporadisch durchgeführt, zielführender ist es jedoch, nicht nur beim Verhalten der SchülerInnen, sondern vielmehr bei den Verhältnissen in der Schule anzusetzen. Ein attraktives Verpflegungs-Angebot mit hochwertigen Komponenten und die Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen - ganz selbstverständlich in den Schulalltag integriert - ist besser, weil es nachhaltig gesundheitfördernde Verhaltensweisen vermitteln kann.
Die vielen Akteure im Feld Schule, mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Ressourcen und Intentionen erschweren jedoch die Umsetzung eines gesunden und hochwertigen Buffetangebotes. Besonders an vielen (berufsbildenden) mittleren und höheren Schulen, die zumeist recht groß und spezialisiert sind, reicht das Engagement einzelner oft nicht aus um eine Verbesserung des Buffetangebotes in Gang zu bringen, eine Unterstützung von außen mit einem kompakten Beratungsprogramm und gut geschulten externen BeraterInnen ist wünschenswert. Hier setzt das Projekt "Das gute Schulbuffet" an.
Was ist geplant?
Im Schuljahr 2008/09 und 2009/10 wurden an 10 Modellschulen in den Bundesländern Steiermark, Wien, Niederösterreich, Vorarlberg, Salzburg und Tirol die Schulbuffets ernährungsphysiologisch sowie hinsichtlich der Wünsche und Vorlieben der Zielgruppen und nach ökologischen Kriterien (regionaler Einkauf, Saisanalisierung des Angebotes, Bio-Anteil) optimiert. Aus den Erfahrungen an den Modellstandorten wurde ein kompaktes, Modell zur Beratung von Buffetbetrieben sowie zur optimalen Einbeziehung aller Akteure in Schulen entwickelt, das seit dem Schuljahr 2010/11 von Bio Austria-BeraterInnen in den Bundesländern übernommen wurde. Interessierte Schulen und Betriebe können sich noch beim Projektteam melden.
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Das gute Schulbuffet - Beratungspaket zur Optimierung des Verpflegsangebotes an Schulbuffets in mittleren und höheren Schulen
Das Projekt ist eine Kooperation von Bio Austria und gutessen consulting und wird gefördert aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ). Die Projektleitung liegt bei gutessen consulting.
Projektdauer: Oktober 2008 bis Februar 2012
Kontakt: Mag. Karin Kaiblinger, karin.kaiblinger(a)gutessen.at, Tel.: 0664 1508431

