FoodCost – was Essen wirklich kostet

Hochverarbeitete Lebensmittel, dazu gehören Ready-to-eat- bzw. Ready-to-heat-Produkte wie auch Süßigkeiten und Softdrinks, bestimmen zunehmend unseren Ernährungsalltag. Unglaubliche 50 % der gesamten Energieaufnahme kommt bei unserm Nachbarn Deutschland aus hochverarbeiteten Produkten. In mediterranen Ländern (z.B. Italien, Spanien) ist der Anteil noch geringer, Frischküche hat einen höheren Stellenwert. Wobei auch hier die jüngeren Generationen einen globaleren Ernährungsstil folgt.

Was kosten unsere Lebensmittel eigentlich?

Die Antwort lautet: Mehr als wir denken. Verarbeitete Lebensmittel etwa sind oft billig, doch die Ladenpreise von Lebensmitteln sprechen nicht die Wahrheit. Denn in der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln gibt es viele Auswirkungen auf die Umwelt, die Biodiversität, die Gesellschaft und unsere Gesundheit, die bisher gar nicht mitgedacht werden. Kosten, die durch Umweltauswirkungen der Intensiv-Landwirtschaft, durch Verlust der Biodiversität am Feld und im Darm, durch soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit oder gesundheitliche Folgen entstehen, sind nicht im Preis inkludiert. Sie werden Externalitäten genannt und die Gesellschaft zahlt sehr wohl dafür.

Das europäische FOODCoST Projekt (Food Costing and Internalisation of Externalities for System Transition) entwickelt eine Methode, mit der Externalitäten entlang der Wertschöpfungskette kalkuliert werden können. Das Projektteam besteht aus 24 internationalen Partnerorganisationen, Ezocept ist in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Nürnberg (THN) für die Fallstudie der Externe Kostne in der Schulverpflegung verantwortlich. An 6 Schulen in Frankreich, Deutschland und Österreich werden Speiseangebot und Entscheidungsroutinen im Beschaffungswesen mit Hinblick auf Verringerungspotenzial der externen Kosten untersucht. Gutessen consulting ist für die beforschten Schulküchen in Österreich (Schulküche Buchkirchen, Buchingers Donauhotel als Caterer für Tulln und Umgebung), die Tollwood GmbH für Schulkantinen in Deutschland und Ecozept für die teilnehmenden Schulen in Frankreich zuständig.  

Projektflyer deutsch

Quelle: Bosy-Westphal  a, Fedde S, Diekötter T, et al: Der Zusammenhang zwischen hochverarbeitetn Lebensmitteln und dem Verlust an Diversität im Ernährungssystem, Ernährungs-umschau 2023; 70(6): M350-60.

Foto: Spencer Davis auf unsplash